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Wissenswertes

Grenzheide

Als die Gletscher der letzten Kaltzeit vor etwa 15.000 Jahren tauten und ihre Schmelzwässer mitgeführte Sande und Kiese auf großen ebenen Spülflachen ablagerten, entstand die Hagenower Sandplatte. Auf diesen durchlässigen, nährstoffarmen  Böden mit geringen Bodenwerten gab es noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts ausgedehnte Heideflächen mit Wanderschäfern und Imkern, die ihre Beuten hier aufstellten. Für diese Form der Heide prägte Prof. Dr. Ernst-Wilhelm Rabe aus Kiel den Begriff der "Lauenburgischen Wärmeheide", einer Pflanzengesellschaft zwischen den atlantisch geprägten Ginsterheiden mit z.B. Englischem und Behaarten Ginster und den kontinentalen Magerrasen mit z.B. Heidegünsel und Sandstrohblume. Heute sind die Flächen weitgehend mit Kiefernwäldern aufgeforstet, auf den dazwischenliegenden mageren Ackern wachsen Roggen oder -hochgedüngt- Mais, die Heide ist bis auf Straßenrandstreifen weitgehend verschwunden. Die letzten zusammenhängenden Heideflächen gibt es jetzt im Grenzraum zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf dem ehemaligen Todesstreifen, der innerdeutschen Grenze. Er setzte sich zusammen aus 10 m gepflügtem Kontrollstreifen direkt am Grenzzaun und einem 500 m breiten Schutzstreifen, der von Bebauung und Bewuchs befreit wurde. Teile dieses ehemaligen Schutzstreifens sind im Raum Leisterförde/Bröthen heute wieder Heidestandort.


Die Heide (Calluna vulgaris) ist ein Zwergstrauch mit kleinen eingerollten Blattern, mit denen auf den trockenen Standorten die Verdunstung herabgesetzt wird. Als Säurezeiger wächst sie aber nicht nur auf Magerrasen und anderen sandigen Böden, sondern auch in wechselfeuchten Gebieten in Randbereichen von Mooren dort, wo der Boden wasserdurchlässig ist. Räume in denen die Heide wächst unterliegen einer starken Sukzession, d. h., die Flächen bleiben ohne das Zutun des Menschen nicht lange offen. Diese ökologischen Lebenszyklen reichen von der Heideanfangsphase mit lückigem Bewuchs und diverser Begleitvegetation bis zur Endphase mit starker Verholzung und absterbenden Pflanzen. Em Heidestrauch wird maximal 40 Jahre alt, aber schon vorher setzt seine "Vergreisung" ein. Daher müssen Heidestandorte dauernd gepflegt werden, sei es durch Beweidung mit Schafherden, plaggen oder Mahd. Auf Pflegemaßnahmen reagiert die Pflanze mit neuen Stockausschlägen. Von Schafen aufgetretene Flächen bilden ein gutes Saatbeet, denn der Heidesamen kann sehr lange im Boden ruhen. Das kann man gerade hier in der Grenzheide sehen, denn der lange offen gehaltene Boden hat sich schnell mit Heidepflanzen bedeckt. Heide kann sich am besten entwickeln, wenn sie nicht auf offenen Flächen keimen muß, der sandige Boden trocknet zu schnell aus. In einer lückigen Wildkrautdecke mit Kleinem Ampfer und anderen genügsamen Pflanzen gelingt das am besten. Auf einer geplaggten Fläche der Grenzheide ist das gut zu sehen.


Da die Heidestandorte sehr selten geworden sind, sind auch viele Arten ihrer Begleitvegetation selten und werden in "Roten Listen" geführt. Neben höheren Pflanzen wie Englischem Ginster (Genista anglica, R.L. 1) und Steifer Binse (Juncus squarrosus, R.L.2) wachsen hier auch verschiedene Flechten (Cladonia spec.) als Becherflechte oder Rentiermoos bekannt und als besondere Rarität im Herbst die Heidekeule oder Heidekoralle (Clavaria argillacea, ILL. 1).

Heidelandschaft auf dem Grenzstreifen
 
I  Grenzheide
Eine Becherflechte

Die Heidekeule, ein seltener Pilz

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